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Rilkes Gärten liegen »zwischen Tag und Traum« – in ihnen verweben sich Fantasie und Realität zu einem poetischen Gartenbild, das mit zum Schönsten gehört, das die deutsche Literatur zu bieten hat.

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208 S., zahlreiche farbige Abb.
13 x 21 cm
gebunden mit SU
2005
Dieser Titel ist nicht mehr lieferbar.
ISBN: 978-3-7995-0157-6
€ 22,90*

PDF-Dateigröße: 3,17 MB

Frank Meier
Gaukler, Dirnen, Rattenfänger
Außenseiter im Mittelalter



Vergriffen, keine Nachauflage!

Gaukler, Dirnen und Rattenfänger – auf den ersten Blick haben diese drei Gruppen wenig gemein, doch im Mittelalter galten sie allesamt als »ehrlos«. Von der besseren Gesellschaft verfolgt oder gerade einmal geduldet, teilten sie einen Platz am Rande mit anderen Außenseitern: Bettlern und Henkern zum Beispiel. Ihre oftmals andere Lebensweise, ihre Fremdheit und ihre schillernden Künste zogen viele Menschen an, flößten aber auch Furcht ein. Wie kam es dazu, daß ein Mensch in diese Klasse der Ausgeschlossenen abrutschte, wie sah sein Leben dort aus, und hatte er die Chance, diesem Kreis wieder zu entkommen? Frank Meier präsentiert uns einen faszinierenden Blick in die Parallelgesellschaften des Mittelalters.

  • Randgruppen früher
  • ein aktuelles Thema bis heute
  • historisch reflektiert


REZENSIONEN
GESCHICHTE (April 2006)
»Dieses Buch ist Teil der ebenso präzisen wie informativen Reihe, in der der Thorbecke Verlag lockere Einblicke in die Sozial- und Kulturgeschichte des Mittelalters bietet. Frank Meier führt in seinem Buch durch die Randgruppen der damaligen Gesellschaft, die, teils durch Schicksalsschläge wie Krankheit, teils durch eigenen Aktionen wie etwa Verbrechen oder »Ausstieg« als Außenseiter betrachtet und behandelt wurden. Aber auch für die Gemeinschaft höchst nützliche Berufe wie Schinder, Bader oder Henker mussten"ehrlos" ein Leben außerhalb der "bürgerlichen" Welt führen. Die Hintergründe dieser Segregation, ihre praktischen Auswirkungen für den Alltag der Betroffenen, die Haltung der "etablierten" Gesellschaft, aber auch die Chancen, aus dem Randdasein auszubrechen, schildert der Autor höchst anschaulich. Er greift auf Originalquellen zurück und erläutert die Verhältnisse anhand individueller Fälle. Die gut gewählten Abbildungen in dem handlichen und schön gestalteten Buch bieten dem Leser einen zusätzlichen Gewinn.«

Karfunkel 62, Februar/März 2006
»Der Blick der Parallelgesellschaften ist immer faszinierend, deshalb gibt es inzwischen einen ganzen Berg an Literatur, der sich mit den mittelalterlichen Randgruppen und Ausgestoßenen der Gesellschaft beschäftigt. In diese Reihe stellt sich auch Frank Meier, akademischer Rat der pädagogischen Hochschule in Weingarten. Und er tut dies sehr kritisch, denn er beschränkt sich dankenswerter Weise nicht auf das sensationsheischende Entlarven des Exotischen, Verborgenen und Verbotenen, sondern er fragt nach den Motiven. Er fragt nach den Gründen für Vorurteile, durch die bestimmte Menschen an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Dogmatisches Denken einerseits und auf der anderen Seite das Streben nach Anpassung an die Masse, macht er als grundlegendes Übel aus und warnt dadurch vor einer Abkehr vom Toleranzgedanken heutzutage. Das Buch ist ein fundierter, gut geschriebener, sozialgeschichtlicher Blick auf das zuweilen harte Leben der Unterschichten. Fazit: Seriös!«

Tagblatt Anzeiger, 25. Januar 2006-01-31
»...Der Stuttgarter Jan Thorbecke Verlag hat nun verdienstvoller Weise ebenfalls ein Buch über Außenseiter in historischer Sicht herausgebracht. Der Autor Frank Meier lehrt als akademischer Rat an der Pädagogischen Hochschule Weingarten mittelalterliche und frühneuzeitliche Geschichte und ist Autor mehrerer Publikationen zur mittelalterlichen Geschichte. Im Mittelalter entschied bereits häufig die Geburt über Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gesellschaftsschicht. Viele Menschen wurden daher „schuldlos“ in eine Randgruppe hinein geboren und gehörten damit zu den Außenseitern der Gesellschaft, wie zum Beispiel die Kinder von Henkern oder Spielleuten, denen oftmals nichts anderes übrig blieb, als den Beruf der Eltern zu ergreifen. `Ehrlos waren auch Gaukler, Dirnen, Hunde- und Rattenfänger, Bader und Barbiere, Quacksalber und Wunderheiler. Die oftmals andere Lebensweise, ihre Fremdheit und ihre schillernden Künste zogen einerseits viele Menschen an, andererseits flößten sie auch Furcht ein. Die Phantasie beflügelten sie alle mal. Ausgrenzung und Verfolgung hatten jedoch vor allem mit mangelnder Aufklärung zu tun.
Ein ganz besonderes Kapitel widmet der Autor Juden, Ketzern und Hexen, wie auch den Prostituierten und Sodomitern. Fast von selbst versteht sich für die damalige Zeit die Ausgrenzung von Pestkranken, Syphilitikern und Leprakranken. Wie das alltägliche Leben dieser Menschen aussah, schildert der Autor auf spannendste Weise. Das Buch ist kundig mit zeitgenössischen Bildern illustriert worden«

Netzmagazin 139, Januar 2006
»Für einmal geht es nicht um Könige, Bischöfe, Adelige, Intrigen bei Hofe und grosse Taten berühmter, oft gemalter Männer. In diesem Werk über das Mittelalter spielen die Vergessenen, Verachteten, Ausgestossenen die Hauptrolle. Das Buch gibt einen äusserst spannenden Einblick in das harte Leben der Leute, von denen in der Geschichte sonst selten die Rede ist. Frank Meier erzählt spannend und leicht verständlich, dass das Leben im Mittelalter zwar von der Ständegesellschaft geprägt war, dass aber noch lange nicht alle Menschen in einen dieser Stände gehörten, beziehungsweise darin akzeptiert wurden. Es gab Berufe, die regional zu den verachteten Gewerben gehörten, wie beispielsweise die Tuchweber oder Müller und solche, die grundsätzlich als Ehrlose betrachtet wurden, darunter die Gaukler, Dirnen oder Bettler.«

Literatur-Report, November 2005
»Gaukler, Dirnen und Rattenfänger - auf den ersten Blick haben sie wenig gemeinsam. Doch im Mittelalter galten sie allesamt als „ehrlos“. Von der besseren Gesellschaft verfolgt oder gerade einmal geduldet, teilten sie sich einen Platz am Rande mit anderen Außenseitern: Bettlern, Henkern und chronisch Kranken zum Beispiel. Ihre oftmals andere Lebensweise, ihre Fremdheit und ihre schillernden Künste zogen viele Menschen an, flößten aber auch Furcht ein. Wie kam es dazu, daß ein Mensch in die Klasse der Ausgeschlossenen abrutschte? Wie sah ein Leben dort aus? Hatte er die Chance, jemals wieder daraus zu entkommen? Diese Fragen stellt und beantwortet Frank Meier in seinem faszinierenden Blick in die Parallelgesellschaften des Mittelalters.«
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