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<<< Titel 4 von 29 in der Kategorie »Konstanzer Geschichts- und Rechtsquellen« >>>
144 S.
Duplexdruck
23,8 x 23,8 cm
Gebunden
2005
lieferbar
ISBN: 978-3-7995-6839-5
€ 24,90*

PDF-Dateigröße: 306 kB

Jürgen Klöckler / Norbert Fromm (Hg.)
Der Bodensee in frühen Bildern
Photographien aus der Sammlung Wolf 1860-1930
Konstanzer Geschichts- und Rechtsquellen, Bd. 39

In der reichhaltigen Photosammlung von German Wolf (1830-1890) und seiner beiden Söhne finden sich zahlreiche frühe Aufnahmen des Bodenseeraums von Schaffhausen bis Bregenz und von Ravensburg bis St. Gallen. Insgesamt etwa 130 Photographien wurden für diesen Band ausgewählt: Bilder vom See und seiner Umgebung, von den Inseln Mainau, Reichenau und Lindau, von den Anfängen der Bodensee- Dampfschiffahrt sowie von der Erschließung durch die Eisenbahn. Der Band präsentiert einmalige Dokumente, wiedergegeben im hochwertigen Duplexverfahren und sorgfältig kommentiert.


REZENSIONEN
Tagblatt Anzeiger, 4. Januar 2006
»Zur Winterzeit ist die weiße Flotte der Bodenseeschiffahrt eingemottet. Erst im Frühjahr wieder kann man den See vom Ufer, als auch die Landschaft von der Seeseite aus wieder voll genießen. Bis es wieder soweit ist, verschaffte einem ein wunderbarer Bildband des Jan Thorbecke Verlages Augen- wie Lesefreuden: „Der Bodensee in frühen Bildern. Photographien aus der Sammlung Wolf 1860-1930.“ Es handelt sich bei dem von Jürgen Klöckler und Norbert Fromm herausgegebenen Buch um den 39. Band der „Konstanzer Geschichts- und Rechtsquellen“ des Stadtarchivs Konstanz. Vor zwei Jahren erschien bereits die Quellenedition „ Zwischen Mittelalter und Moderne. Konstanz in frühen Photographien: Bilder aus der Sammlung Wolf (1860-1930)“. In ihr hat Norbert Fromm ausführlich über die Familien- und Sammlungsgeschichte der Sammlung Wolf berichtet. Die Bilder aus dieser Sammlung stammen vom Konstanzer Photographen German Wolf (1830-1890) und seiner beiden Söhne Alfred (1863-1930) und Eugen (1865-1939) die im Stadtarchiv aufbewahrt werden. Die vorliegende Publikation versteht sich weder als rein historischer Bildband noch als kunsthistorischer Führer, vielmehr wird erneut eine wissenschaftliche Edition photographischer Quellen geboten. Die textlichen Bildzuschriften verstehen sich denn auch als historische Hinweise wie auch als Quellendeutung (erfreulicherweise werden dort Querverweise auf andere Bilder in diesem Band gegeben).
Versammelt sind Bilder aus dem gesamten Bodenseeraum. Dieser Raum, zur Zeit Karls des Großen ein Zentrum des Abendlandes, wurde nach der napoleonischen Neuordnung Europas zur Peripherie und wurde im 19. Jahrhundert zur Provinz. Der Begriff Bodenseeraum selbst, den der Konstanzer Stadtarchivar Otto Feger (1905-1969) durch seine dreibändige, allerdings nie vollendete „Geschichte des Bodenseeraums“ geprägt hat, gibt der Edition den geographischen Rahmen vor. Allein schon die Kapitelüberschriften umreißen das jeweilige Thema und halten, was sie versprechen: Großherzoglicher Sommersitz auf der Mainau; Eisenbahnen erreichen den See; Schiffahrt und Tourismus; Der Zeppelin, Landwirtschaft, Brauchtum und Religiosität; Von der Belagerung von Straßburg bis zum Frieden von Versailles. Ein Band von hoher Qualität, der in keinem Bücherregal eines Bodenseefreundes fehlen sollte.«

Südkurier, 8. Dezember 2005
»Lange Zeit waren Bilder für die Historiker allein schmückendes Beiwerk für die Veröffentlichung: sie sollten dazu dienen, den Text aufzulockern. Entsprechend nachlässig ging man damit um: Bilder wurden neben den Text gesetzt, der Kontext des Bildes nicht recherchiert, der Fundort nicht angegeben. Seit einigen Jahren hat sich das geändert. Angestoßen von der Medienwissenschaft, lenken Historiker ihre Aufmerksamkeit auf Bilder als eigenständige Quelle. Dabei ist nicht allein wichtig, was dargestellt wird, sondern auch, wie es dargestellt wird. Authentizität und subjektive Darstellung liegen in der Photographie nah beieinander. Jürgen Klöckler und Norbert Fromm, die Herausgeber der beiden Bildbände aus der Sammlung Wolf, befinden sich mit ihrer Arbeit auf der Höhe der aktuellen Diskussion. Mit dem zweiten, jetzt erschienenen Band gelingt ihnen der Brückenschlag zwischen populärwissenschaftlicher Präsentation und akademischer Arbeit. Der Band – so die Herausgeber – soll nicht allein die Illustration der Geschichte der Region sein. Sie wollen vielmehr anhand der Bilder eine wissenschaftliche These überprüfen.
Diese These „von der Provinzialisierung einer Region“ wurde in den 70er Jahren von dem Konstanzer Historiker Gert Zang aufgestellt. Konstanz, so Zang, sank im 19. Jahrhundert von der Peripherie zur Provinz ab. Im Zuge der napoleonischen Flurbereinigung und nach der Verlegung des Bischofssitzes nach Freiburg war Konstanz von den politischen und kirchlichen Machtzentren weit entfernt. Ähnliche Entwicklungen beschreibt Jürgen Klöckler im Vorwort für das österreichische und schweizer Ufer. Durch diese Provinzialisierung habe auch die Eisenbahn und damit die Industrialisierung erst spät Einzug in die Region gehalten.
Wie können nun Photographien diese These untermauern? Die Bilder aus der umfangreichen Sammlung Wolf sind dafür wie geschaffen. Neben Porträts von Bürgern und Postkartenmotiven beschäftigte sich German Wolf ausführlich mit der photographischen Dokumentation des gesamten Bodensees. Die im aktuellen Band enthaltenen Bilder zeigen ländliches Leben und großfürstliche Repräsentation, dörfliche Rückständigkeit und den ersten Zeppelin, die Arbeit auf den Feldern und den Bau der Eisenbahnen, Schüler in Fasnetsverkleidung und verkrüppelte Kriegsheimkehrer. Sie illustrieren den widersprüchlichen Weg der Bodenseeregion in die Moderne. Klöckler und Fromm ordnen die Bilder nach abgegrenzten Themenbereichen, verweisen aber in ihren informativen Begleittexten immer wieder auf Zusammenhänge.
Die Umstände der Entstehung jedes Bildes werden jeweils deutlich gemacht, da, so Klöckler in seiner Einleitung, Bilder nur in ihrem jeweiligen Kontext interpretiert werden können. Die Photographien werden im Buch im Ganzen gezeigt – mit allen Sprüngen und Rissen: „Jede Manipulation mit Blick auf ein schönes Layout verbietet sich im Sinne einer Verfälschung der Authentizität der Quelle selbst.“
Den Herausgebern ist es dabei gelungen, einen interessanten und gut lesbaren Bildband mit einem akademischen Anspruch zu verbinden; das ist, zumindest in der deutschen Geschichtswissenschaft, keineswegs selbstverständlich. Ebenso zeigen sie, dass die sorgfältige Edition von Bildquellen wesentlich zur historischen Analyse beitragen kann, ohne sich im berühmten Elfenbeinturm der Wissenschaft einzuschließen.«

Konstanz Anzeiger, 30.11.2005
»Die Bildersammlung der Fotografenfamilie Wolf aus Konstanz ist eine einzigartige Quelle für die Geschichte von Konstanz und des Bodenseeraums. Im Zeitraum von 1860 bis 1930 entstanden zahlreiche Auftragsarbeiten, die die Veränderungen der Landschaft, der Architektur, der Verkehrswege und Wirtschaftsformen widerspiegeln und oft ganz nebenbei den Alltag der Menschen festhalten.
Das Stadtarchiv Konstanz, das rund 8500 Glasplattennegative aus dem Nachlaß der Wolfs besitzt, hat nun den zweiten Band mit Fotografien veröffentlicht. „Der Bodensee in frühen Bildern. Photographien aus der Sammlung Wolf 1860-1930“, greift im Gegensatz zum ersten Band „Zwischen Mittelalter und Moderne“ über Konstanz hinaus. Bilder vom See, von Konstanz, den Inseln Mainau, Reichenau und Lindau sind ebenso zu sehen, wie Fotografien vom Zeppelin oder Eisenbahnbau.
Der Leiter des Stadtarchivs Jürgen Klöckler und Archivar Norbert Fromm standen vor der schwierigen Aufgabe aus den tausenden Bildern 129 auszuwählen und zu kommentieren. Grundlage der Auswahl bildete die These von der „Provinzialisierung des Bodenseeraums“, die in den 1970ern aufgestellt wurde. Die besagt: Der Bodensee wird im 19. Jahrhundert politisch, kirchlich und verkehrstechnisch zum Randgebiet, die Industrialisierung verzögert sich. Die Fotografien sind Zeugnisse dieses provinziellen Stillstandes, in zehn Kapiteln machen sie die historischen Prozesse sichtbar.
Zur Qualität des Bandes tragen aber neben den faszinierenden Bildern vor allem die akribischen Kommentare bei. Jürgen Klöckler und Norbert Fromm haben detektivisch Orte und Personen recherchiert. Dadurch werden die Fotografien erstmals wissenschaftlich fundiert aufgearbeitet und einem größeren Publikum zugänglich gemacht. Kurzweilige, auf den Punkt gebrachte Texte nehmen den Leser mühelos mit auf eine außergewöhnliche Zeitreise.«
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